Was ist dran am Mythos „negative Kalorien“?

Einige Lebensmittel enthalten sehr wenige Kalorien. Aber kann ihr Energiegehalt wirklich so gering sein, dass Verzehr und Verdauung mehr Kalorien verbrauchen als aufgenommen werden? Anders ausgedrückt: Gibt es negative Kalorien? 

Der Glaube, dass es Lebensmittel gibt, die uns automatisch abnehmen lassen, hält sich hartnäckig. Die Vorstellung, beim Essen weniger Kalorien aufzunehmen als durch die Verdauung verbraucht wird, ist einfach zu schön – wir könnten uns quasi schlank essen …

Avocado, Brokkoli, Erbsen, Paprika, Limette, Kürbis und Kohl auf einem Tisch

Gemüse und Obst mit negativen Kalorien?

Es stimmt, manche Obst- und Gemüsesorten haben aufgrund ihres großen Wasseranteils einen extrem niedrigen Energiegehalt. Weniger als 50 Kalorien pro 100 Gramm enthalten zum Beispiel Auberginen, Fenchel, Sellerie, Tomate und Gurken sowie Erdbeeren, Pfirsiche und Himbeeren. 

Dass wir mehr Energie verbrauchen als wir zu uns nehmen, wenn wir diese Lebensmittel essen, stimmt aber nicht. Wahr ist: Wir verbrauchen Kalorien beim Verdauen. Je nach Lebensmittel sind das zehn bis 20 Prozent der aufgenommenen Energie. 

Die Bilanz kann jedoch nicht negativ sein, da dieser Verbrauch in die Energieangaben der Lebensmittel bereits einbezogen ist. Die Kalorienzahl ist also immer die Menge, die nach der Verdauung zur Verfügung steht. Negative Kalorien kann es folglich gar nicht geben!

Eine negative Energiebilanz erreichen wir nicht durch einzelne Schlankmacher-Lebensmittel, sondern durch viel Bewegung und Sport in Kombination mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung.

Mit Kauen Energie verbrauchen

Bleibt in puncto negative Kalorien nur noch eines zu klären: Kann man durch das Kauen mehr Kalorien verbrauchen als man zu sich nimmt, zum Beispiel bei knackigem Gemüse? Leider nein! Beim Kauen verbrennt man lediglich elf Kalorien pro Stunde. Man müsste also fast eine Stunde auf einer Stange Sellerie herumkauen, um deren Kaloriengehalt wieder zu verbrauchen.