Faszientraining: Die Beweglichkeit ins Rollen bringen

Die Fitnesswelt ist in Bewegung. Es wird gehüpft, gerannt, geklettert, gestemmt, geschwommen –und immer häufiger rollen sich Sportler auf einer Faszienrolle, auch bekannt als Blackroll. Was Faszientraining bringt und warum Sie sich öfter geschmeidig rollen sollten, erfahren Sie hier.

Junge, blonde Frau liegt mit dem Rücken auf einer schwarzen Faszienrolle, ihre Füße sind aufgestellt, ihr Blick nach oben gerichtet

Faszien-Workout: Das Training nach dem Training

Faszientraining ist ein Mobilitätstraining und kein Workout im klassischen Sinn. Faszientraining dient nicht dem Muskelaufbau, daher ist es kein Ersatz beispielsweise für ein anstrengendes Rope-Workout. Faszientraining sorgt vielmehr für die nötige Entspannung nach dem Kraft- oder Fitnesstraining. Es ist eine Form der Selbstmassage mithilfe des eigenen Körpergewichts.

Durch Faszientraining wird das Bindegewebe der Muskulatur mithilfe einer Kunststoffrolle gelockert, das ist ein bewährtes Mittel gegen Muskelkater und sorgt für mehr Beweglichkeit. Das augenscheinlich nicht anstrengende Faszientraining kann auch anstrengend sein, beim Faszien-Workout müssen die unterschiedlichen Übungen sehr bewusst ausgeführt werden. Dabei nimmt man bestimmte Positionen ein, rollt sich geschmeidig hin und her und hält währenddessen die Körperspannung aufrecht.

Was sind Faszien überhaupt?

Faszien sind netzartig verstrickte Teile des menschlichen Bindegewebes. Faszien umhüllen Organe, Knochen und Muskeln bis hin zur kleinsten Faser, sie trennen Muskelstränge voneinander ab. Faszien und Muskeln sind feste Partner, die im Idealfall eine lockere Verbindung eingehen.

Je elastischer die Faszien sind, desto besser. Das Problem: Faszien können sich durch Training sowie nervliche Anspannung und Stress verkleben, die Muskulatur kann sich dann innerhalb der Faszienhülle nicht mehr richtig bewegen. Das verursacht zum Beispiel Rückenschmerzen. 

Zwischen den Faszien fließt Lymphflüssigkeit, die Nährstoffe zu den Muskelzellen hin und Abbaustoffe weg transportiert. Ist der Lymphfluss gestört, können Muskelverspannungen resultieren. Aktive Regeneration verhindert das, hier kommt die Faszienrolle ins Spiel.

Faszientraining: So einfach geht’s!

Die Faszienrolle auf dem Boden positionieren und nun die verschiedenen Körperpartien wie Rücken, Nacken, Arme, Beine, Gesäß, Hüfte und Körperseite langsam ausrollen. Mit kontinuierlichen Rollbewegungen sowie Sprung- und Dehnübungen mit und ohne Blackroll wird der Muskelapparat samt Faszien bewegt und gelockert. Durch großflächiges Ausrollen lösen sich Verklebungen im Rücken, kleine Bewegungsübungen lockern Verspannungen und Verhärtungen an den Muskelansätzen.

Faszienrollen gibt es in verschiedenen Härtegraden. Das Faszientraining kann anfangs ein wenig unangenehm sein, Anfänger sollten daher eine weiche Blackroll verwenden. Experten raten zu einem etwa zehnminütigen Faszientraining ein- bis zweimal pro Woche.