BMI in der Kritik: Wie aussagekräftig ist der Body-Mass-Index?

Haben Sie schon einmal Ihren BMI bestimmt? Falls die Werte nicht im Normbereich liegen: keine Sorge, Ihre Gesundheit ist nicht zwangsläufig gefährdet. Der BMI kann zwar Hinweise auf mögliches Über- oder Untergewicht liefern, es gibt aber ein geeigneteres Messverfahren.

Auf einem hölzernen Tisch liegendes Notizbuch mit einer Formel zur Berechnung des BMI

So wird der BMI berechnet

Der Body-Mass-Index dient dazu, das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht anhand von Richtwerten einzuordnen. Berechnung: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Der Normalwert des BMI liegt bei Erwachsenen zwischen 18,5 bis 25. Werte darunter oder darüber sprechen für Unter- beziehungsweise Übergewicht.

Kritik am BMI – und die Alternative

Kritiker monieren: Bei der BMI-Berechnung werden Statur, Alter und Geschlecht nicht berücksichtigt. Außerdem unterscheidet der Body-Mass-Index nicht zwischen Muskel- und Fettmasse. Ein durchtrainierter Kraftsportler mit einem geringen Körperfettanteil und viel Muskelmasse beispielsweise wiegt bei gleicher Körpergröße automatisch deutlich mehr als eine untrainierte Frau. Würde man nur dem BMI vertrauen, wäre der muskulöse Sportler als übergewichtig einzustufen – obwohl er es aus medizinischer Sicht überhaupt nicht ist.

Der Body-Mass-Index wird anhand von Durchschnittstypen berechnet. Sehr kleine und große Menschen fallen daher ebenfalls durchs Raster, die BMI-Messung hat für sie wenig Aussagekraft. 

Die Alternative und das bessere Messverfahren: Beim Verfahren Waist-to-Height-Ratio (WHtR) wird die Körpergröße im Verhältnis zum Taillenumfang berechnet. So geht’s: Taillenumfang im Stehen messen und durch die Körpergröße teilen. Bei unter 40-Jährigen liegen Werte unter 0,5 im grünen Bereich, beim Älteren sollte der Wert nicht 0,6 überschreiten.