Trainingsweisheiten: Was sind Fitness-Mythen – und was stimmt?

Durch Training lässt sich an bestimmten Körperpartien wie dem Bauch gezielt Fett abbauen, je mehr Muskelkater, desto effektiver das Work-out: Rund um das Thema Fitness kursieren zahlreiche angebliche Trainingsweisheiten – hier erfahren Sie, welche tatsächlich stimmen und bei welchen es sich um Fitness-Mythen handelt.

Brünette Frau dehnt sich im Wohnzimmer

1. Problemzonen wegtrainieren – geht das?

Problemzonen gezielt wegtrainieren – das ist für viele eine große Motivation, um ins Fitnessstudio zu gehen. Allerdings: Um Körperfett zu verbrennen, muss der komplette Energieverbrauch erhöht werden. Übungen und Geräte, die beispielsweise nur an Po oder Bauch gezielt Fett verbrennen, gibt es schlichtweg nicht. Nur wenn der ganze Körperfettanteil durchs Training reduziert wird, nimmt man auch an Gesäß, Oberschenkel und Hüfte ab – punktuelles Abnehmen ist nicht möglich. Somit gehört diese vermeintliche Weisheit ins Reich der Fitness-Mythen.

2. Geben Energie-Riegel vor dem Training einen Power-Kick?

Die Antwort ist: prinzipiell schon. Ein Energie-Riegel vor dem Training sorgt tatsächlich für mehr Power, denn er lässt den Insulinspiegel im Körper schnell ansteigen – allerdings nur sehr kurzfristig. Er fällt genauso schnell wieder ab, was die gesteigerte Leistungsfähigkeit ebenso zügig wieder absinken lässt. 

3. Je mehr Muskelkater, desto effektiver die Trainingseinheit?

Hier handelt es sich ebenfalls um einen der vielen Fitness-Mythen: Ein starker Muskelkater ist kein Indikator für den Erfolg des Trainings. Bei Muskelkater handelt es sich um kleine Muskelverletzungen aufgrund von ungewohnter Überbeanspruchung, er liefert keinen Hinweis auf die Effektivität des Trainings. Hat man nach dem Work-out keinen Muskelkater, bedeutet das nicht, dass man zu wenig oder nicht effizient trainiert hat.

4. Sind Bio-Produkte besser fürs Training?

Ist eine Ernährung mit Bio-Produkten besser für den Sport? Mitnichten: Das Label „Bio“ weist lediglich auf die natürliche Herstellungsweise eines Lebensmittels hin, nicht zwangsläufig auf seine Qualität. Tierische und pflanzliche Lebensmittel, die mit einem Bio-Siegel versehen sind, sind genauso qualitativen Schwankungen ausgesetzt wie konventionelle Lebensmittel.

5. Ist das Aufwärmen überflüssig?

Zu den Sport-Mythen gehört auch der Glaube, dass man sich vor dem Training nicht aufwärmen muss. Aufs Aufwärmen sollte kein Sportler verzichten! Zum einen beugt die Erwärmung der Muskeln Verletzungen vor, da es die Muskelfasern elastischer macht. Zum anderen werden die Muskeln bereits vor dem eigentlichen Training auf „Betriebstemperatur“ gebracht, das schlägt sich in maximaler Kraftentwicklung nieder. Ergo: Aufwärmen ist Pflicht – allein schon, um Muskelverletzungen und dem daraus resultierenden Muskelkater vorzubeugen. 

Dasselbe gilt für das Cool-down nach dem Training. Die Annahme, das Abwärmen beispielsweise mit lockeren Stretch-Einheiten sei überflüssig, zählt ebenfalls zu den Fitness-Mythen. Das Cool-down hilft dem Körper, langsam herunterzukühlen und den Stoffwechsel wieder auf „normal“ zu stellen.

6. Ist Krafttraining nichts für ältere Menschen?

Auch diese Annahme gehört zu den Fitness-Mythen. Gerade ältere Menschen sollten ihren Körper mit gemäßigtem Krafttraining fördern und fordern, so beugen sie Krankheiten wie Osteoporose und Muskelschwund vor. Werden die Trainingseinheiten korrekt durchgeführt, gibt es auch kein Verletzungsrisiko. Und: Selbst wenn man in jungen Jahren eher unsportlich war, ist das kein Grund, nicht im Alter mit Sport anzufangen. Es ist nie zu spät, mit dem Training zu beginnen – die Vorteile überwiegen. Allerdings: Wenn man sehr lange keinen Sport getrieben hat, ist es ratsam, vorher einen Arzt zu konsultieren und sich durchchecken zu lassen.

7. Work-out und Wechseljahre: Drohen Hitzewallungen?

Weit verbreitet ist auch die Annahme, dass bei Frauen in den Wechseljahren das Training die leidigen Hitzewallungen mitverursacht. Das ist nicht der Fall – im Gegenteil: Regelmäßige Trainingseinheiten helfen dem weiblichen Organismus auch in dieser Zeit, fit zu bleiben – zusätzlich kann Sport sogar für einen ausgeglichenen Hormonspiegel sorgen. Also: Auch diese angebliche Fitnessweisheit gehört ins Reich der Sport-Mythen!