Fett, Muskeln, Wasser – unsere Körperzusammensetzung

Ob beim Abnehmen oder beim Sport: Die meisten Menschen fühlen sich erst richtig wohl in ihrer Haut, wenn sie ein bestimmtes Gewicht erreicht haben. Die einen träumen von fünf Kilo mehr Muskelmasse, die anderen hoffen, durch eine Diät zehn Kilo abzuspecken. Viel wichtiger für die persönliche Gesundheit ist allerdings die Körperzusammensetzung. Mehr darüber hier.

Jeder Mensch besteht aus Knochen, Organen, Muskeln, Fett und Wasser. Doch nicht bei jedem Menschen ist diese Körperzusammensetzung gleich. So kann jemand, der ein besseres Verhältnis von Körperfettanteil, Muskeldichte und Wassereinlagerungen aufweist, durchaus mehr wiegen, als eine füllige Person mit Tendenz zu Übergewicht. Doch welchen Anteil machen Körperfett, Muskelmasse und Wasser idealerweise an der Körperzusammensetzung aus?

Junge Frau sitzt, schaut zur Seite, lächelt und beißt in eine Erdbeere

1. Körperwasseranteil

Als Körperwasser wird sämtliche Flüssigkeit im Körper bezeichnet – also inklusive Blut und Lymphflüssigkeiten. Diese Flüssigkeiten machen mit rund 60 Prozent den größten Anteil am eigentlichen Gewicht aus. Auf die tägliche Wasserzufuhr von mindestens zwei bis drei Litern sollte man dennoch nie verzichten. Der Wasserhaushalt trägt entscheidend zum Wohlbefinden bei. Haben wir zu wenig Wasser in uns, drohen Konzentrationsprobleme und Müdigkeit. Im schlimmsten Fall kann es bei dauerhaft mangelnder Flüssigkeitszufuhr zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden kommen.

2. Körpermuskelanteil

Ohne Muskeln sähen wir ganz schön alt aus. Die Muskulatur treibt unseren Körper an, stützt Knochen, Gelenke und Bänder. Mit jeder Bewegung trainieren wir die rund 600 Muskeln, die bei einem Erwachsenen circa 40 Prozent des Körpergewichts ausmachen. Bei Bodybuildern ist der Körpermuskelanteil natürlich höher.

3. Körperfettanteil

Als Körperfettanteil bezeichnen Experten die gesamte Fettmasse im Körper. Dabei unterscheiden sie zwischen essenziellem und überflüssigem Fett. Das essenzielle Fett übernimmt lebenswichtige Funktionen, indem es etwa die Organe umgibt und schützt. Überflüssiges Fett hingegen beeinträchtigt die Gesundheit, indem es sich beispielsweise in den Blutgefäßen absetzt und dadurch die Blutfettwerte und den Blutdruck in die Höhe treibt. Gleichzeitig erhöht sich das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes. Je nach Alter und Geschlecht gilt ein anderer Fettanteil bei der Körperzusammensetzung als optimal. Bei normalgewichtigen Frauen liegt der Anteil zwischen 20 und 30 Prozent, bei normalgewichtigen Männern zwischen 10 und 20 Prozent. Sportlich aktive Menschen haben generell kleinere Fettdepots.

Jede Körperzusammensetzung ist individuell

20 Prozent Körperfett, 60 Prozent Körperwasser, 40 Prozent Körpermuskeln – da kann doch etwas nicht stimmen? An diesen Angaben wird deutlich: Jeder Mensch hat seine ganz eigene Körperzusammensetzung. 

Um die herauszufinden, helfen speziellen Körperfett- oder Körperanalysewaagen. Mit diesen Waagen erfährt man nicht nur sein Gewicht, sondern auch die Anteile von Wasser, Muskeln und Fett im Körper. Die Geräte arbeiten mit dem bioelektrischen Impedanz-Verfahren, bei dem geringer Strom durch den Körper geleitet wird. Je nach Widerstand, ermittelt die Waage die Körperzusammensetzung: Während Wasser und Muskeln den Strom gut leiten, behindern Fettpolster die Übertragung. So lässt sich schnell erkennen, ob der Abnehmerfolg tatsächlich auf Fettverbrennung oder doch auf Muskelabbau zurückzuführen ist. 

Aber Körperfettwaagen für den Hausgebrauch stehen in der Kritik, weil sie häufig zu ungenaue Angaben machen. Wer sich für seine Körperzusammensetzung interessiert, sollte deshalb für die Messung besser einen Sportmediziner, ein Sanitätshaus oder ein Sportfachgeschäft aufsuchen.