Von Acro bis Yin: Die verschiedenen Yoga-Arten im Überblick

Mit Yoga bringen Sie Körper und Seele in Einklang. Je nach Yoga-Stil sind dabei unterschiedliche Effekte spürbar: Manche Yoga-Arten dienen eher der Entspannung und bringen den Geist zur Ruhe, andere wiederum setzen auf Kraft und Dynamik und schulen Koordination und Beweglichkeit. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Yoga-Arten vor.

Mann und Frau führen auf Wiese eine Yoga-Übung durch

Aspekte der verschiedenen Yoga-Arten

Yoga ist eines der ältesten Trainingssysteme der Welt und hat seit Anbeginn deutlich mehr zu bieten als „nur“ Meditation und Entspannung. Yoga punktet mit Vorteilen, die in dieser Kombination kaum eine andere sportliche Aktivität bietet – es schult Beweglichkeit, Gleichgewicht und trainiert die Tiefenmuskulatur, indem teilweise schwierige Körperstellungen längere Zeit beibehalten werden.

Bei den meisten Yoga-Arten geht es darum, Geist und Körper in Einklang und unter Kontrolle zu bringen. Wer regelmäßig Yoga praktiziert, lernt außerdem, seine Gedanken zu ordnen, seine innere Mitte zu finden und mentale Stärke aufzubauen. 

Ursprung in Indien, heute weltweiter Trend

Yoga stammt ursprünglich aus Indien und hat mit der Globalisierung einen Wandel erfahren. Mittlerweile sind die Yoga-Arten ebenso vielfältig wie die Teilnehmer weltweit. Ein Überblick:

Acro-Yoga

Acro-Yoga ist im Vergleich zu den übrigen Yoga-Arten besonders spektakulär anzusehen. Es wird zu zweit absolviert, die Übungen ähneln akrobatischen Kunststücken. Kein Wunder, schließlich sind die Erfinder des Acro-Yoga zwei Zirkusartisten aus den USA. Die Bezeichnung „Acro“ leitet sich von dem englischen Begriff „acrobatic“ ab. Im Vordergrund steht vor allem gegenseitiges Vertrauen. Die Hebe- und Stützfiguren sind nichts für Anfänger, aber ein effizientes und anregendes Work-out für bereits trainierte Paare.

Aerial-Yoga

Auch diese Yoga-Art ist zirkusreif: Beim Aerial-Yoga praktizieren die Teilnehmer ihre Übungen in einem Trapeztuch. Da man hier gegen die Schwerkraft arbeitet, sind ungewöhnliche Dehn- und Kraftübungen möglich. Bei der ungewöhnlichen Belastung fällt das Meditieren schwer, denn die Aerial-Yoga-Arten erfordern viel Konzentration und extreme Körperspannung – nichts für Yoga-Anfänger.

Ashtanga-(Vinyasa-)Yoga

Hierbei handelt es sich um die athletische Ursprungsform des Yoga: Die einzelne Asanas (Yoga-Posen) werden in Reihen hintereinander absolviert und mit Sprüngen verbunden. Typisch sind auch Kopf- und Handstände, die die Teilnehmer langsam einnehmen und dann halten. Das macht das Ashtanga-Yoga zu einem anspruchsvollen Yoga-Stil, der die Schnellkraft und gleichzeitig die Stützmuskulatur trainiert. 

Übrigens: Den Beinamen „Vinyasa“ tragen auch andere Yoga-Arten. Beim Flow-Yoga sind dabei fließende Übungen gemeint, die den eigenen Empfindungen angepasst werden – der meditativste Stil unter den Yoga-Arten!

Bikram-Yoga

Bei dieser Form des Yoga kommen Sie richtig ins Schwitzen! Denn Bikram-Yoga wird stets bei etwa 40 Grad Raumtemperatur praktiziert. Das soll den Körper entgiften und zudem die Muskulatur dehnfähiger für die Übungen machen.

Hatha-Yoga

Hatha ist altindisch und bezeichnet ursprünglich den körper- und energiebetonten Teil der verschiedenen Yoga-Arten. Mit Hatha ist also im engeren Sinne kein eigener Stil gemeint. Trotzdem gibt es in modernen Studios Hatha-Kurse. Dahinter verbirgt sich in der Regel eine Yoga-Einheit, die wie klassisches Fitnesstraining aufgebaut ist: Erst Warm-up und etwas Stretching, gefolgt von einem Kraftübungsteil sowie Dehn- und Entspannungsübungen zum Abschluss.

Iyengar-Yoga

Iyengar ist eine Weiterentwicklung des Hatha und sehr körperbetont. Der Schwerpunkt liegt auf kraftvollen Übungen. Da diese häufig wiederholt werden, hat diese Yoga-Art auch meditativen Charakter. Unbedingt dazu gehören Hilfsmittel wie Blöcke, Seile und dicke Kissen.

Jivamukti-Yoga

Die lauteste unter den Yoga-Arten. Denn hier absolviert man die Übungen zu lauter Musik. Nicht etwa zu Mantra-Gesängen, sondern zu den neuesten Hits. Die Yoga-Übungen folgen dem Rhythmus der Songs, musikalische Teilnehmer können meditative Elemente im Einklang mit der Musik erleben. 

Kundalini-Yoga

Diesen klassischen Stil erkennt man an den Lehrmeistern mit weißem Turban und Gewand, hier wird vor allem die mentale Stärke geschult. Es geht darum, Positionen zu halten, auch wenn diese unangenehm sind. Der Geist soll so trainiert werden, sich selbst zu zügeln und den Körper unter Kontrolle zu bringen. Dazu kommen die drei M’s: Mantra-Gesänge, Meditation und Mudras (spezielle Handhaltungen). 

Power-Yoga

Hier ist der Name Programm: Beim Power-Yoga kommt es auf Kraft und Ausdauer an. Ein Kurs besteht zum einen aus schnell hintereinander auszuführenden Asana-Reihen, zum anderen aus lang zu haltenden Stützfiguren. Power-Yoga schult so auch die Tiefenmuskulatur, also das muskuläre Gerüst, das unseren Körper weniger verletzungsanfällig macht.

Sivananda-Yoga

Unter den Yoga-Arten ist Sivananda-Yoga wohl die ganzheitlichste. Hier trainieren die Teilnehmer nicht nur Asanas, sondern auch Entspannungstechniken und üben sich in Mantra-Gesängen. Darüber hinaus lernen sie, wie sie sich gemäß der Sivanada-Philosophie verhalten und ernähren sollen.

Yin-Yoga

Bei dieser ruhigen Yoga-Art werden Positionen sehr lange gehalten. Das sorgt für einen guten Dehneffekt und beruhigt den Geist. Wer nach einem stressigen Tag abschalten möchte, ist in einem Yin-Yoga-Kurs genau richtig aufgehoben.