Ernährungsmythen: 7 bekannte Faustregeln unter der Lupe

Vitamin C schützt vor Erkältungen, Kaffee entzieht dem Körper Wasser und Schokolade macht glücklich – von diesen Ernährungsweisheiten haben Sie bestimmt schon mal gehört. Aber: Stimmen sie eigentlich? Hier erfahren Sie, ob es sich um bloße Ernährungsmythen handelt.

Gedeckte Frühstückstafel mit Kaffee, Croissants, Brötchen und weiteren Lebensmitteln

1. Schützt Vitamin C vor Erkältungen?

Diese vermeintliche Weisheit gehört ins Reich der Ernährungsmythen: Prophylaktisch eingenommenes Vitamin C hilft nicht, Erkältungen und grippale Infekte zu vermeiden. Es hilft lediglich, die Dauer der typischen Beschwerden zu verkürzen. Wissenschaftler eines internationalen Forschungsnetzwerks haben die Frage untersucht, ob die Einnahme größerer Mengen Vitamin C vor Erkältungen schützt. Sie haben dafür mehrere Studien analysiert, an denen über 10.000 Erwachsene und Kinder teilnahmen – einige von ihnen hatten teilweise jahrelang täglich 200 Milligramm Vitamin C zu sich genommen, obwohl Ernährungswissenschaftler 100 Milligramm pro Tag für ausreichend halten. Das Forschungsnetzwerk fand heraus, dass die tägliche Einnahme von Vitamin-C-Präparaten eine Erkältung zwar durchschnittlich um einen Tag verkürzt – aber eben nicht verhindert! 

2. Zieht Kaffee Wasser aus dem Körper?

Auch diese These entspricht nicht der Realität und zählt zu den Ernährungsmythen: Kaffeekonsum lässt den menschlichen Körper nicht dehydrieren! Das bestätigt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Studien haben nachgewiesen, dass der Konsum von Kaffee durch das Koffein zwar einen harntreibenden Effekt hat, dieser aber so gering ist, dass er praktisch keinen Einfluss auf den Wasserhaushalt des Menschen besitzt.

3. Macht Schokolade glücklich?

Auch wenn wir das Gefühl haben mögen, dass uns Schokolade einen Glücksschub verleiht – wissenschaftlich untermauern lässt sich das nicht. Die leckeren Schokostückchen enthalten zwar das Eiweiß Tryptophan, das einen Serotoninausstoß im Hirn hervorrufen kann, der für einen positiven Kick sorgt und das Wohlbefinden steigern kann – allerdings ist der Eiweißbaustein in so geringer Menge in Schokolade enthalten, dass nicht bewiesen werden kann, dass Schokolade glücklich macht.

4. Macht spätes Essen dick?

Die Antwort lautet: Nein, macht es nicht! Zumindest dann nicht, wenn man nicht dauerhaft zu viele Kalorien zu sich nimmt. Denn es kommt darauf an, wie viele Kalorien man pro Tag zu sich nimmt und wie viele man davon durch Bewegung wieder verbraucht – wann man die Kalorien zu sich nimmt, ist dabei zweitrangig. Deshalb gehört die Frage, ob eine späte Mahlzeit dick macht, ins Reich der Diät-Mythen.

5. Hilft Milch mit Honig zum Einschlafen?

Ein Tipp, den schon die Großmutter parat hatte – und einer der vielen hartnäckigen Ernährungsmythen: Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass sich ein Glas warme Mich mit Honig schlaffördernd auswirkt. Hier kommt vielleicht ein psychologischer Placebo-Effekt zum Tragen.

6. Stört scharfes Essen das Einschlafen?

Diese Essenweisheit gehört definitiv nicht zu den Ernährungsmythen: Wer ruhig einschlafen möchte, sollte scharfe indische oder thailändische Menüs am Abend meiden – ebenso wie Senf, Chili und Tabasco: Forscher aus Australien haben herausgefunden, dass der späte Genuss scharfer Speisen zu Einschlafproblemen und einem weniger tiefen Schlaf führen kann. Der Grund dafür ist vermutlich eine erhöhte Körpertemperatur als Folge der scharfen Lebensmittel. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen kein scharfes Essen mehr zu sich nehmen.

7. Hilft ein warmes Helles bei grippalem Infekt?

Man mag es kaum glauben, die Freunde des Gerstensafts wird es freuen: Sollte es Sie im nächsten Winter erwischen, dürfen Sie sich Ihr Lieblingspils gern erwärmen und genießen, denn Bier wirkt als Heilmittel tatsächlich lindernd. Der Grund: Wird Gerstensaft warm getrunken, beruhigen seine ätherischen Bitterstoffe und Öle aus Hopfen und Malz – und wirken dazu schlaffördernd. Zusätzlich besitzen sie eine antibakterielle Wirkung. Allerdings: Das Bier sollte nur erwärmt, aber nicht stark erhitzt werden. Dann würde sich nämlich der Alkohol verflüchtigen, der beim Abtöten der Bakterien hilft. Und: Viel hilft hier nicht viel – ein erwärmtes Bier ist hilfreich, ein ganzer Kasten natürlich nicht!